Le Front National (FN), die Nationale Front:

Die rechtsextreme Partei wurde 1972 von Jean-Marie Le Pen gegründet. Sie positioniert sich «weder rechts noch links» des politischen Spektrums und definiert sich selbst als patriotisch, populistisch und souveränistisch. Im Mittelpunkt ihrer Politik steht das Motto «Franzosen zuerst», das sich an den gleichnamigen Buchtitel von Jean-Marie Le Pen anlehnt. So sollen französische Staatsbürger gegenüber Nichtfranzosen bei der Arbeitsplatzsuche und den Sozialleistungen besser gestellt werden. Im Jahr 2002 gelang es Jean-Marie Le Pen mit knappen 17 Prozent in die Stichwahl um das Präsidentenamt zu kommen, bei der er jedoch dem rechtsbürgerlichen Jacques Chirac unterlag, der mit rund 83 Prozent der Wählerstimmen gewann. Im Jahr 2007 schied der Rechtspopulist im Rennen um das höchste Staatsamt Frankreichs mit 10 Prozent im ersten Wahlgang aus. 

Vier Jahre später, im Jahr 2011, übernahm seine Tochter Marine le Pen die Parteispitze. Die 48-Jährige hat sich von den antisemitischen Parolen ihres Vaters abgekehrt, für die sich der 88-Jährige mehrmals vor Gericht verantworten musste. Im Jahr 2012 konnte sie bei den Präsidentschaftswahlen fast 18 Prozent erreichen, 2017 gelangte sie mit einem historischen Ergebnis von 21,3 in die Stichwahl, die sie jedoch mit 33,8 Prozent verlor. 

In ihrem Wahlkampf hat die Juristin auf die Themen Sicherheit, Wirtschaftsprotektionismus und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Austritt aus der EU und der Euro-Zone sowie Beschränkung der legalen und illegalen Einwanderung gesetzt. Sie versuchte vor allem mit Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie Stimmung zu machen. Der Front National ist seit der Parlamentswahl im Juni 2012 mit zwei Sitzen in der Nationalversammlung vertreten. Hochburgen der FN sind das Elsass, einige Regionen im Süden Frankreichs sowie die frühere Bergbauregion im Norden Frankreichs und die Region Lothringen.

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