Europe Ecologie – Les Verts (EELV), Europa Ökologie – Die Grünen: 

Die Partei ist im November 2010 aus der Fusion der ökologischen Partei «Les Verts» und dem Wahlbündnis «Europa Ecologie» entstanden, das auf Initiative des deutsch-französischen Politikers Daniel Cohn-Bendit ins Leben gerufen wurde. Das Wahlbündnis aus der grünen Partei «Les Verts» sowie verschiedenen Kleinparteien und Umweltaktivisten trat 2009 erstmals für die Europawahlen in Frankreich an und konnte 16,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.  Aufgrund des überraschenden Erfolgs begannen Gespräche über eine erweiterte Bewegung, die am 13. November 2010 zur Gründung der Partei « Europe Écologie – Les Verts » (EELV) führten. EELV ist die französische Schwesterpartei von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Parteivorsitzender ist David Cormand.

Im Jahr 2012 setzte sich in der Vorwahl für den Präsidentschaftskandidaten die EU-Abgeordnete Eva Joly gegen den Fernsehmoderator und Umweltschützer Nicolas Hulot durch. Die 73-jährige Juristin erreichte in der ersten Wahlrunde rund 2 Prozent der Stimmen. Bei den anschließenden Parlamentswahlen konnte die Partei 17 Sitze in der Nationalversammlung gewinnen. Von Mai bis 2012 bis März 2014 war die EELV in einer Regierungskoalition mit der sozialistischen Partei, die sie verließ, weil sie nicht mehr Teil einer neuen Regierung unter dem damaligen Premierminister Manuel Valls sein wollte. 

Mit Cécile Duflot, ihrer ersten Parteivorsitzenden, stellte sie die Ministerin für Regionalentwicklung und Wohnen, und mit Pascal Canfin einen beigeordneten Minister für Entwicklungshilfe im Außenministerium. Nach dem Austritt aus der Regierung kehrten sich zentrale Figuren von der Partei ab, darunter Cohn-Bendit. Bei den Regionalwahlen 2015 erreichte die EELV nur noch 7 Prozent der Stimmen, die Hälfte der Ergebnisse von 2010.

In das Rennen um das Präsidentschaftsamt 2017 hat die Partei den langjährigen Greenpeace-Mitstreiter und jetzigen Europaabgeordneten Yannik Jadot geschickt. Duflot, die als Favoritin in die parteiinterne Vorwahl ging, schied gleich beim ersten Durchgang aus. Bei den Präsidentschaftswahlen gab Jadot, der seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments ist, seine Kandidatur zugunsten des sozialistischen Kandidaten Benoît Hamon auf, der jedoch mit 6,36 Prozent im ersten Wahlgang ausschied. 

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